- von Josef Steinbichler -
Geboren am 12. April 1906 in München. Sein Vater war der Ingenieur und Spezialist für Wasserkraftanlagen Johannes Haid aus Augsburg, seine Mutter die Schmiedemeisterstochter Maria Wanger aus Krumbach in Schwaben.
Seit dem achten Lebensjahr malte der Bub, angeregt durch seinen Taufpaten Fritz Splitgerber, der ein begabter Aquarellist war.
Mit 14 Jahren eröffnete Fritz Haid seinem Vater, dass er Maler werden möchte. Der Vater zeigte wenig Verständnis und verlangte, dass sein Sohn Bauingenieur werden sollte. Der fügte sich und besuchte in den Jahren 1921/22 zwei Semester der Tagesfachschule für Bauhandwerker und fünf Semester der Bauschule in München. Anschließend war er als Maurer tätig, dann im Bauamt und bei Bahnmeistereien der Reichsbahn als Bauzeichner.
Sein liebstes Tun blieb aber weiterhin das Zeichnen und Malen und er versuchte sich hierin immer weiter zu verbessern.
Mit 21 Jahren bekam Fritz Haid die Stelle als Bauingenieur in der Hochbauabteilung des Innwerks in Töging am Inn und war dort vom 19. September 1927 bis 31. Dezember 1929 tätig.
Auf dieses Inserat hin bewarb sich auch der Münchner Fritz Haid: „Falls meine Bewerbung bei Ihnen Berücksichtigung findet, könnte ich bei Ihrer geschätzten Fa. sofort, also am 16. Sept., den Dienst als Hoch-bautechniker antreten“ und es ist, wie er am Schluss seines Schreibens vermerkt, „mein ernstes Bestreben, stets die mir anvertrauten Arbeiten gewissenhaft durchzuführen und Sie durch meine Arbeit zufrieden zu stellen“.
Zu seinen Aufgaben gehörte, wir zitieren hier aus seinem Zeugnis vom 2. Januar 1930, „die Anfertigung von Bauzeichnungen für Hochbau und Tiefbau, die Herstellung graphischer Auftragungen, Ausmassaufnahmen und Massenberechnungen für Bauarbeiten des Eigenbetriebs und fremder Unternehmen, Führung der umfangreichen Planregistratur und Bearbeitung der Nachtragungen in den Plänen“.
Aber auch die Ausarbeitung von Plänen für kleinere Umbauten in Fabrikbetriebsgebäuden und in Siedlungshäusern wurde ihm übertragen. „Besonders zu erwähnen ist die Mitarbeit an der Auftragung und Einzelbearbeitung eines großen Teiles des umfangreichen Generalbaulinienplanes für die Gemeinde Töging, dessen Herstellung unsere Bauabteilung auf Wunsch der Gemeinde Töging übernommen hatte.“
Am 2. Januar 1930 trat Fritz Haid in den Dienst der Deutschen Reichsbahn ein.
„Hier wurde ich im Sommer 1928 auf freiem Felde von einem neben mir einschlagenden Blitz zu Boden geworfen. Gott war mir damals gnädig, weshalb ich dieses Blatt als Votiv in Dankbarkeit malte.“ Jahre später hatte Fritz Haid am oberen Rand des Votivbildes Namen von Töginger Personen eingeschrieben, die er kannte und die inzwischen verstorben waren: Hippel, Metsch, Geistlicher Rat Marschall, Friseur Spieß oder Maria Gillhuber.
Seine erste Frau, Eleonore Groeger, heiratete er 1931. Wie aus verschiedenen Bemerkungen zu verstehen ist, hatte er sie während seines Aufenthaltes in Töging kennen gelernt. Doch bereits 1934 verstarb sie an einer schweren Krankheit.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Haid an die Eisenbahndirektion Posen versetzt, später kam er nach Nikolayjew am Schwarzen Meer. Ab 1942 arbeitete er wieder bei der Reichsbahn.
Von November 1944 bis zum Kriegsende diente Fritz Haid bei den Pionieren in Höxter an der Weser. Auch dort, ebenso wie in Polen und Rußland, zeichnete und malte er in jeder freien Minute. – Bei einem späteren Besuch in Höxter lernte er seine dritte Frau kennen.
Aus gesundheitlichen Gründen musste Fritz Haid 1946 den Eisenbahndienst wegen eines schweren Herzleidens aufgeben: „Von nun an gehörte all mein Leben der Kunst!“
Die kleine Skizze „Siedlungshäuser in Töging“ entstand 1963.
Das Aquarell vom Perndl-Hof in Höchfelden entstand 1941, als Fritz Haid erstmals nach seinem Weggang seine ehemaligen Kollegen und Freunde im Töginger Werk besuchte.
Am 2. Juli 1957 malte Fritz Haid bei einem Besuch in Töging die Springerkapelle an der Hauptstraße. Nach einem späteren Töging-Besuch fügte er dem Blatt hinzu: "Schon abgebrochen! Leider!"
Die kleine Kapelle war in einem Nebengebäude beim Springerwirt integriert und wurde im Zuge der Erweiterung und Begradigung der Hauptstraße 1960 abgebrochen. 1989 hat man sie etwa 50 Meter weiter in Richtung Ortsmitte neu erbaut.
Während seiner Töginger Zeit wohnte Fritz Haid im Monteurhaus am Unterwasserkanal. (Das Gebäude wurde etwa 1965 abgebrochen.)
Sein spärlich eingerichtetes Zimmer hatte er in zwei Bleistiftzeichnungen festgehalten.
Bei den Besuchen in Töging hielt Haid immer wieder verschiedene Ortsansichten fest.
Haid schrieb unter das etwa 1970 entstandene Bild „In Töging“, es dürfte sich vermutlich um eine Ansicht bei Osterham, Staik, oder Lindloh handeln.
Zuerst 1941 und dann wieder kurz nach dem Krieg besuchte Fritz Haid seine ehemaligen Kollegen und Freunde im Töginger Werk. Er hatte mehrere Bildermappen unter dem Arm, mit denen er von Büro zu Büro ging und seine Bilder vorlegte.
Dutzende seiner kleinen Aquarelle und Zeichnungen verkaufte er bei so einem Besuch für vier oder fünf Mark, um seine geringe Pension aufzubessern. Diese Besuche wiederholten sich, zuletzt war er 1974 in Töging. Einige ehemalige Werksangehörige können sich noch sehr gut an seine Besuche erinnern, wenn er auf Grund seines Herzfehlers schweratmend die Treppen zu den einzelnen Stockwerken im Verwaltungsgebäude erklomm.
Doch die Kollegen und auch die Werksleitung (Innwerk und VAW) konnten verständlicherweise nicht immer Bilder von ihm kaufen: „Da Haid kimmt scho wieda!“ wurde von den Mitarbeitern seufzend gesagt.
So haben ehemalige Töginger Werksangehörige Fritz Haid in Erinnerung, wenn er sie besuchte, um seine Bilder zu verkaufen.
Der Maler Fritz Haid, von dem wir sehr viele Aquarelle und Zeichnungen aus unserer engeren Heimat kennen, starb am 1. Mai 1985 in München.
06.02.2012 02:33

der erste Totengräber von Töging
Pfaffinger Josef, geb. 1878, gest. 1961
Pfaffinger Rosina (Frau)
aus der Ehe stammen 7 Kinder, 4 Söhne und 3 Mädchen.
Wohnhaft Froschau Töging
- Goasenzüchter; 1.Besamungsstelle
- der größte Schnupfer vom Landkreis im Leben 4 ztr.
- Ein Mann der damals schon einen Ohrring trug
- Totengräber von 1930 – 1956 amtl. und ehrenamtl.
- Ein wichtiger Spruch von Opa Pfaffinger: „Jetzt wird’s Liacht hat der Pfaffinger g'sagt und dann hat's ihm Dach davon.“
Der jüngste Sohn Hans Pfaffinger lebt noch in Töging