Töging a. Inn : Die Römerzeit
Die Römerzeit-1

- von Josef Steinbichler -

Funde aus der römischen Siedlung am Sollerholz

Dreifußschale aus einem römischen Brandgrab.

„Mit den Römern hatte das Töginger Gefilde nichts zu tun“, konnte man 1938 in einem heimatgeschichtlichen Bericht lesen, obwohl schon seit vielen Jahren aus dem Innbett im Bereich des Sollerholzes im Westen von Töging immer wieder Funde aus der Römerzeit gemacht wurden. Im Jahr 1959 hat man bei einer Grabung eine Straßen- und Brückenstation festgestellt. Neben Brandgräbern wurden Münzen, Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände gefunden.

Anhand der Münzfunde kann festgestellt werden, dass die eigentliche Siedlung am Sollerholz etwa im Jahr 60 entstanden ist; der Innübergang ist aber schon früher benutzt worden.

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Fragment eines Eisenringes mit Gemme aus undurchsichtigem Glas, das mit seiner Zweifarbigkeit Onyx oder Achat imitieren soll. Bei der Darstellung handelt es sich um einen Mann, der ein Bündel Fische vor sich hält. Typisch ist der breitkrempige Hut, der zur „Berufskleidung“ gehört

Bei der Bedeutung der Sollerholzsiedlung an mindestens fünf aufeinander treffenden Straßen und an einer Wasserstraße mit Brückenstation drängt sich die Frage nach dem römischen Namen der Siedlung auf: Paul Donaubauer konnte mittels des Reisehandbuches Kaiser Caracallas aus der Zeit um 215 und anderen Entfernungsangaben berechnen, dass es sich bei der Siedlung am Sollerholz nur um das bisher nicht lokalisierbare „Turum“ handeln kann. Turum gehörte, obwohl es am linken Innufer lag, zur römischen Provinz Noricum.

Im Laufe der folgenden Jahre konnten immer wieder Funde geborgen werden, echte Raritäten, die zum Teil in der Archäologischen Staatssammlung München ausgestellt sind.

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Das 1980 geborgene bronzene Weihrauchgefäß mit der Büste eines Nubiers stellt wegen seiner exotischen Darstellung und der Seltenheit einen herausragenden Fund dar. Zeitlich gehört der Fund in die Zeit um 200. Es handelt sich hier um eine Nachbildung, das Original ist in der Archäologischen Staatssammlung München zu sehen.

Ein großer Teil der seit 1959 geborgenen Zeugnisse aus der Römerzeit sind in einer großen Vitrine im Rathaus zu sehen. Die Vitrine hat der Heimatbund in Auftrag gegeben. Neben den Originalen sind auch zwei Nachbildungen zu sehen: Da ein gutes Dutzend verrosteter Sandalennägel, wie man sie an den Römerstraßen finden kann, nicht so anschaulich ist, hat der Heimatbund ein Paar Legionärssandalen von einem auf antikes Schuhwerk spezialisierten Schuster erworben. Und zu dem Schreibgriffel (Stilus) hat man ein Wachstäfelchen von der Werkstätte der Archäologischen Staatssammlung nachbilden lassen.

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Gefäß aus Grab 9 vom Sollerholz (Oktober 1975). Es gibt keine plausible Erklärung für die Verwendung dieses Gefäßes mit fest eingefügtem und siebartig durchbrochenem Deckelabschluss. Da eine Sieb- oder Seiherfunktion schlecht vorstellbar ist, könnte man vielleicht auch an eine Verwendung als Dampfgartopf denken.

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Neben der Römerstraße, westlich des Sollerholzes, fand man 1959 ein Gebäudefundament aus Flusskieseln und Tuffblöcken mit den Maßen 4,10 x 3,40 Meter. Es dürfte sich hierbei um ein Grabmal handeln.

06.02.2012 02:35


Zufallswissen

Personen - Josef Pfaffinger

Personen
Josef Pfaffinger

der erste Totengräber von Töging

Pfaffinger Josef, geb. 1878, gest. 1961
Pfaffinger Rosina (Frau)
aus der Ehe stammen 7 Kinder, 4 Söhne und 3 Mädchen.

Wohnhaft Froschau Töging
- Goasenzüchter; 1.Besamungsstelle
- der größte Schnupfer vom Landkreis im Leben 4 ztr.
- Ein Mann der damals schon einen Ohrring trug
- Totengräber von 1930 – 1956 amtl. und ehrenamtl.
- Ein wichtiger Spruch von Opa Pfaffinger: „Jetzt wird’s Liacht hat der Pfaffinger g'sagt und dann hat's ihm Dach davon.“

Der jüngste Sohn Hans Pfaffinger lebt noch in Töging